06. April 2019 Roadtrip beginnt

Guten Morgen, heute geht es endlich los!
Haha, wie oft ich diesen Satz die letzten Tage wiederholt habe. Es gibt einfach so viel neues zu entdecken, dass es sich immer nach einem Aufbruch anfühlt – unglaublich.

Auf jeden Fall wollten wir in San Francisco noch den legendären Pier 39 sehen. Also nichts wie hin, alle Sachen ins geräumige Auto gepackt [welches dringend einen Namen braucht, möchte ich an dieser Stelle nochmal wiederholen] und auf in die City. So langsam gewöhnen wir uns an den Verkehr, was die Autofahrten deutlich entspannter werden lässt. Internet und Navi funktionieren auch gut, also alles top.
Manchmal frage ich mich allerdings wie man so einen Roadtrip 2000 oder noch früher gestaltet hat als es noch kein Google Maps sondern nur Papierkarten gab, die man dann im Verkehr zusätzlich lesen musste, sowie die Straßenschilder und den Verkehr beachten – puh! Klingt sehr stressig, aber natürlich auch abenteuerlich. Doch der Punkt Navigation ist schon echt Luxus und super nice für hier.

Mit den Bikes unterwegs in der City

In San Francisco angekommen, haben wir uns auf einen kostenlosen Yachthafen Parkplatz geschnappt [unterhalb des Marina Viertels] und sind von da aus mit – wie soll es anders sein – E-Bikes losgezogen.
An der traumhaften Promenade entlang hin zu den rummelhaften Piers, wo Zuckerwatte, Hot Dogs und allerlei Souvenirs angeboten werden. Sehr laut, sehr schrill, sehr bunt und wirklich ein MUST SEE.

Pier 39

Da wir nicht sofort eine Radstation gefunden hatten, fuhren wir einmal durch die Kirmes durch, stellten die Räder dahinter ab und liefen dann die ganze Strecke gemütlich zurück. Eine sehr gute Idee, denn so schwammen wir mit der Masse von Lädchen zu Lädchen, kamen in eine super kitschige touristische Bootshafenstadt im typisch klischeehaften amerikanischen Stil [alles Pappe und Plastik gefühlt, mit dicken Logos, bunt und Disneyland Style], dessen eigentliche Attraktion die Seelöwen waren.
Ungelogen lagen an der dafür vorgesehenen Stelle auf Pontons ca. 30-40 Seelöwen, die sich gegenseitig ankeiften, schliefen, ins Wasser platschten und sich sonnten. Eine Pracht, diese ganzen Leiber, wie ungelenk zu Land und im Wasser so grazil und fließend. Ein wahres Wunder der Natur.
Ich fragte mich beim betrachten der Seelöwen, weshalb es hier nicht so überfüllt war – die Antwort kam prompt als der Wind drehte. Diese Tiere riechen echt heftig nach Fisch.
Haha, da suchten wir dann nach 10 Minuten auch das Weite und schlenderten noch unter bombastischen Rummelplatz Impressionen weiter bis wir raus aus dem ganzen Zirkus einen super leckeren Chinesen fanden, Rast machten und danach zurück zum Auto liefen um loszufahren in den Süden.

Schnurgerade Straße in San Francisco


Im Auto planten wir noch wohin genau es gehen sollte. Wir mussten nämlich dringend noch Zelt und Camping Equipment besorgen. Leider lag der Walmart nicht wirklich auf unserer Route, weshalb wir erstmal zu einem Target fuhren, der wiederum nicht gut bestückt war, sodass wir unseren Plan mit dem Zelt für diese Nacht verwerfen mussten und ein weiteres Airbnb buchten, dazu später mehr.
Auf jeden Fall fuhren wir los, durch grüne hügelige Landschaften und – auf dem Highway One angekommen – am Pazifik entlang, Steilküsten, Brandung und Strände [fast so dunkel wie in Island] soweit das Auge reicht. Gleich bei der ersten Abfahrt verschlug es uns zu einer Seebrücke, die weit ins Meer hineinragte und an die 8 Meter hoch war. Dort wurde überall gefischt und ein paar Krebse [oder Krabben oder – keine Ahnung, ich bin meeresbiologisch nicht so bewandert] waren anscheinend auch schon dem Meer entrissen worden. Einfach ein gigantischer Anblick.
Zwar war die Gegend generell etwas heruntergekommen und schlicht, hatte aber einen großen Charm. Häuser direkt am Meer – mit Wellenspritzgefahr. Dann noch die untergehende Sonne im Blick, also unsere Laune war wirklich nicht im Keller.

Allerdings waren wir uns über die Route doch nicht uneins, da es schließlich allerlei Möglichkeiten mit einem Auto gibt. Doch als es begann dunkel zu werden und das Hostel, welches direkt am Meer wie ein Leuchtturmschloss auftronte und welches wir uns ausgesucht hatten, nur getrennte Schlafsäle anbot, kamen wir ins Grübeln.
Nach einer Weile entschieden wir uns nun doch schneller in den Yosemite National Park zu fahren als geplant, weshalb eine Tour ins Landesinnere von Kalifornien Sinn machte, sodass wir ein Airbnb Zimmer in Santa Clara buchten, in dem ich gerade noch auf dem Bett sitze, mit leichtem Sonnenbrand im Gesicht, eine Dusche fällig und glücklich schreibe und gleich essen werde ;P In diesem Sinne – bis gleich beim 07.04. Walmart & Yosemite National Park.

Traumabend am Pazifik