07. April 2019 Santa Clara, Walmart & der erste National Park

Ausgeschlafen, wohl versorgt und gewärmt, starteten wir von Santa Clara aus Richtung Walmart. Es standen an: Zeltkauf, Campinggedöns und Food. Wir hatten jetzt einige Tage auf diesen Moment gewartet. Immer wieder meinten wir, heute würden wir es zum Walmart schaffen, aber weit gefehlt. Mal lag keiner auf dem Weg, mal war die Zeit zu knapp.

Heute allerdings sollte es klappen. Wir fuhren vor. Inzwischen war es richtig heiß geworden und wir schwitzen ordentlich. Also ab in das klimatisierte Riesenkaufhaus mit allem was das Herz begehrt [meine Bioladenfreunde jetzt mal weggehört; ich werde gleich den Kapitalismus verherrlichen].
Erste Anlaufstelle – die Sonnenbrillen, dann Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kühlbox, Camping Kocher [ist eher ein Herd geworden], Kartuschen, frisches Gemüse und Obst sowie allerlei Konserven. Wir verbrachten sage und schreibe 2 Stunden in diesem Megamarkt, aber dann reichte es auch, raus in die Sonne, wir froren inzwischen heftig wegen der krass eingestellten Klimaanlage.
Überhaupt ist hier alles mega kalt. Die Milch kann ich nicht sofort trinken, wenn ich sie aus dem Kühlschrank hole, da sie einfach mal 3 oder 4 Grad Celsius hat – heavy!!!!

Walmart Super Einkauf

Na ja, auf jeden Fall gaben wir uns eine richtige Gönnung [wie Andre sagen würde] und machten danach Lunch in einem Public Park, der leider voller Mückenbiester war, weshalb wir schnell wieder kehrt machten und uns einen anderen Platz suchten.

Moskito Nest

Da das alles – mal wieder – mehr Zeit in Anspruch genommen hatte als wir gedacht hatten, machten wir uns sofort auf Richtung Yosemite. Aber es dauerte und dauerte und dauerte. Die Strecken hier sind deutlich größer, diese Distanzen – egal, Sprit ist günstig und unser Auto sehr bequem und für amerikanische Verhältnisse sparsam. Zwar nicht so sparsam wie die ganzen Teslas und Priusse und andere Hybridwagen, die hier rumtuckern, aber immerhin.

Es wurde dann langsam dunkel, die Strecke kurviger und wir hatten inzwischen echt Angst nichts mehr zu finden, wo wir schlafen könnten, was unter 100$ wäre. Aber dann doch. Ein Campground am hintersten Ende bot über Airbnb einen Platz an, also wir hin und um 21:30 auf der Matte gestanden. Uns kam ein uriger älterer Herr entgegen Richtung Tür, er wolle gerade schließen, ließ er uns mit einem Schmunzeln wissen. Wir fragten, ob wir noch einen Zeltplatz haben könnten, wir hätten sonst nichts zum Übernachten. Er lachte und sagte, wir sollen mal reinkommen, er habe was frei. Darauf erklärte er uns 30 Minuten lang wie wir auf seinem Campingplatz alles finden konnten und danach, als er erfuhr, dass wir zum Yosemite wollten, wie wir dort alles finden würden, was von Bedeutung wäre. Ein echtes Urgestein.

Hier seine liebevoll gestaltete Karte – man beachte die gestrichenen Namen

1 Stunde lang erhielten wir Instruktionen, Hinweise und Ratschläge wie wir am Besten durchs Yosemite Valley kommen würden. Er war sehr lustig in seiner Erzählweise und erklärte uns auch, dass das Half Dome Village, eigentlich Curry Village heiße und dass diese ganzen neuen Namen totaler Schwachsinn seien, denn die Orte hätten sich ja nicht verändert und er könne nicht verstehen, warum man etwas, was gleich bliebe, einen neuen Namen gäbe.
Insgesamt war es eine dieser Begegnungen, die einem nur auf einem solchen Trip passieren können und mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden.
Wir haben ihm auf jeden Fall den ‚Tunnel View‘ am kommenden Tag zu verdanken – ein Träumchen diese umwerfende Ausblick. Dazu aber morgen mehr ;DUm 22:30 dann kamen wir endlich zum Aufbauen unseres, noch nie zuvor aufgebauten, Zeltes und zum Aufpumpen der dicken Luftmatratze [sehr laut].
Ich glaube unsere Campingnachbarn haben uns gehasst. Egal, der erste Eindruck war schon hin, jetzt konnten wir ja so richtig loslegen – nein, natürlich nicht, aber um 23:20 waren wir dann endlich zu Bett im Zelt und sofort weg – daher eine gute Nacht, auf das uns die Bären nicht holen kommen.