08. Mai 2019 Vögel, Vögel Vögel – Sand Sand Sand – the long way down to El Paso

Erholsam ausgeschlafen und mit einem Outdoorfrühstück den Tag begonnen, setzten wir uns ins Auto und fuhren zum National Wild Refuge los.

Wir hatten natürlich erwartet, dass uns Scharen von Kranichen entgegen fliegen würden, doch waren wir mit dieser Vorstellung ein paar Monate zu spät angereist. Vor uns erstreckte sich eine Marschlandschaft, die teilweise auch einer Savanne ähnelte. Es war sehr ruhig, trotz des ständig brausenden Winds. Zuerst entdeckten wir das Visitor Center und wurden von einer Rangerin ausführlich über Wanderwege und das ganze Gebiet des Reservats aufgeklärt. Dabei konnten wir Fragen stellen und uns danach spielerisch an den „Ausstellungsstücken“ betätigen sowie einem Ornithologen auf die Spur kommen. Kolibris, Spatzen, diverse kleine Singvögel, Turkey Vulture [Truthahn Geier – majestätisch wundervolles Tier], weiße Pelikane. Es gab hier so viel zu sehen, wenn man sich darauf einließ.

Nachdem wir geluncht hatten, machten wir uns auf zum Scenic Drive, um dort den Boardwalk zu erkunden. Neben herrlicher, leicht Ostsee angehauchter Natur, sahen wir sogar eine kleine Wasserschildkröte, die sich in der Sonne aufwärmte, gingen einen sandigen Rundweg und lauschten dem Rauschen des Schilfs sowie den ständigen Rufen der Vögel.

Auf der anderen Seite des South Loops angekommen, spazierten wir kurzerhand noch einen kleinen Memorial Trail entlang, um danach den North Loop abzuklappern. Hier machten wir eine großartige Entdeckung. Weiße Pelikane, eine Horde, zusammengerottet im Wasser. Traumhaft schön in weiß und die Schnäbel orange-gelb eingefärbt. Logischerweise verweilten wir und wechselten uns mit dem Fernglas ab, sahen sie landen und abheben. Ein kleines Natur Theaterstück nur für uns.

Dieser Aufenthalt im Vogelgebiet hatte zwar einiges an Zeit gefressen, da wir uns außerhalb der Zeit gefühlt hatten. Gegen 16:00 ging es weiter zu White Sands, den großen weißen Sanddünen. Gegen 19:00 trafen wir dort ein, ein Gewitter direkt hinter uns im Schlepptau. Wir rannten die Dünen hoch im Wettlauf mit den Regentropfen. Eine unheimliche, mächtige Atmosphäre war geschaffen. Sonne rechts, dunkle tiefe Wolken links, der nahende Sonnenuntergang, weißer Sand, zwei glückliche Menschen. Mit Sand in den Händen, den ich langsam herausrieseln ließen, rannte ich hoch und runter, mein Partner machte Sandengel und wir aßen noch flott unsere Brote.

Bevor der Park um 20:30 schloss und der Regen richtig zulegte, verließen wir White Sands auch wieder – mit Unmengen kleiner Sandkörner in den Schuhen. Was für ein gelungener Tag. Jetzt nur noch ins Airbnb nach El Paso und dann gute Nacht.