10. April 2019 Abreise Yosemite National Park & Fahrt zur Pazifikküste

Kälteste Nacht ever. Meine Füßen sind so erfroren und geschlafen habe ich auch nicht. Heute werden wir Kalifornien wieder einmal durchqueren, um zum Highway One zum „Big Sur“ zu gelangen. Hoffentlich wird es wärmer.

Aber der Reihe nach. Nach dieser frostigen Nacht, gab es ein flottes Frühstück, die typische Zeltplatzarbeit wie Zelt abbauen, alle Dinge wieder irgendwie im Auto verstauen und aufpassen, dass die Krähen nicht ans Essen gehen [hat nicht geklappt – sie zerhackten uns die Cornflakes Tüte – na ja hätte schlimmer kommen können]. Zum Aufwärmen danach hatten wir geplant ein Stück weiter, im derzeit zerstörten „Curry Village“, eine warme Dusche zu nehmen. Auch diesen Tipp hatten wir von den Mädels. Free Shower! Super. Also nichts wie los.

Ersehnte Duschen *kostenlos* – eine Rarität

Ohhhhhh, wie gut das tat nach zwei Tagen Katzenwäsche, Trailing und Lagerfeuer. So warm und sauber und groß und ahhh, einfach alles da <3

Nun konnten wir wirklich in den Tag starten. Bei Sonne und einer angenehmen Brise hatten wir noch geplant einen entspannten Gang zum Mirror Lake zu machen, danach in den Gift Store für ein T-Shirt vom Yosemite Park [schweineteuer! PUH] und dann noch auf dem Rückweg einmal die Yosemite Falls von unten, sodass wir beide gleichzeitig bestaunen konnten und El Capitan besichtigen, weil wir mit American Airlines „Freesolo“ geschaut hatten und es uns nicht in den Kopf wollte, wie man da ohne Sicherung hinauf geklettert sein konnte.

Mirror Lake

Genau, diese ganzen Punkte handelten wir bei Traumwetter ab. Allerdings war der „Mirror Lake“, an dem wir Lunchtime hatten kein allzu großes Spektakel, sehr überlaufen. Kann aber auch sein, dass wir gestern die volle Dröhnung an Bombardement hatten, sodass alles dagegen abgestumpft wäre, was wir noch hätten sehen können.
Auf jeden Fall ein guter 6km Spaziergang mit wenig Steigung und ideal, um danach für mehrere Stunden im Auto zu fahren. Also, alles richtig gemacht.
Dann im Auto auf dem Weg zum Tunnel View und schließlich zum südlichen Ausgang des Parks, hatten wir nochmal ein absurd schönes Erlebnis. Ansich hatten wir den Tunnel View vorgestern schon gesehen und wollten vorbei fahren, doch kurz vorher packte uns die Gier und wir wollten es nochmal sehen, also rechts abgebogen, aus dem Auto raus und was sehen wir? Der Bridalveil Fall erscheint in Regenbogenfarben – ganz bunt.

Rainbow Fall | Tunnel View

Im Februar kommt es zu dem spektakulären Ergebnis, dass der Horse Trail Fall [und evt. auch andere] im Licht der untergehender Sonne wie ein Feuerstrom erscheinen. Wir haben Bilder dazu gesehen [auch von den Mädels – echt gute Tourguides die drei]. Umwerfend, als ob sich Feuer den Berghang hinunter frisst.
Aber dass es auch „Unicorn Falls“ gibt, das wussten wir nicht. Ein sagenhafter Anblick [ich versuche die ganze Zeit abwechslungsreiche und trotzdem stimmige Wörter für „schön, traumhaft und spektakulär“ zu finden, um nicht immer das Gleiche zu schreiben, aber mein Wortschatz lässt mich Dich ab und an im Stich – nebenbei bemerkt].
Auf jeden Fall [und diese Floskel verwende ich auch zu oft, werde versuchen mich zu bessern, aber am Handy schreiben, ist echt nicht leicht] wanderten die Regenbogenfarben, die unten zuerst am intensivsten waren, langsam nach oben.
Und apropo, wen trafen wir zu dieser Stunde zufällig auch noch? Clemens und Alexander aus München! Gleich nochmal gegenseitig Zweierfotos gemacht und uns über den Zufall beömmelt [evt. sehen wir uns am 20|21.4. in Vegas wieder, wenn der Zufall so will, ich werde berichten].

Dann ging es aber wirklich los mit dem Weg zur Küste. Inzwischen waren es schon 16:00, sodass klar war, dass wir es nicht mehr zum Big Sur Zeltplatz schaffen würden. Dann eben Airbnb. Nur hatten wir noch kein Internet bzw. keinen Empfang. Egal, drauf losgefahren.
26 Meilen gab es so oder so keine Alternative, danach, aus dem Park raus, fuhren wir durch eine weite saftig grüne Auenlandschaft, wie bei Herr der Ringe. Ein Träumchen, mit Ponys und Kühen und Koppeln deren Ende ich nicht sehen konnte. Hier könnte ich tatsächlich Leben, so wunderbar. Absolut unschlagbar diese Landschaft. Mit dieser Wohlbeseeltheit fuhren wir dem Sonnenuntergang entgegen, drei oder vier Stunden lang, bis wir bei Dunkelheit unser Airbnb erreichten [in der Zwischenzeit hatten wir wieder Empfang].

Die letzten Meilen

Zu diesem Airbnb muss ich auch noch was sagen. In einem schicken Viertel, ein typisch amerikanisches Haus mit „Musterfamilie“ [2 Teenager und die Eltern], einer alten Katze und drei Hunden. Ich war im Himmel 🙂 Streicheln ausdrücklich erlaubt, super nett, tolles Zimmer – all in. Nur hätte das Haus einfach mal Michael Jackson oder so gehören können. Ein sehr lustiges Wirrwarr an Kitsch, Sportstudio, Riesenkühlschrank, Avantgarde, Rockstar [5 E-Gitarren an der Wand] und Versailles. Für mein Ästhetikempfinden zwar absolut keine Alternative, aber durchaus unterhaltsam und absolut gemütlich, sowie familiär.

Auf jeden Fall, gab es WLAN, super nette Hosts, die an wirklich alles gedacht hatten und Duschen, Waschmaschine, Trockner sowie ein Bett in einem warmen Zimmer. Wir sind überglücklich und fallen nun in die Kissen. Bis morgen?