14. April 2019 Handcrafted Market in Santa Barbara & skurrile Absurditäten entlang der Küste von Malibu und Santa Monica, letztendliches Eintreffen in L.A.

Los Angeles wir kommen, doch davor steht noch St.Barbara auf unserem Plan. Nach einer nochmal wärmeren Nacht am Strand fuhren wir zeitig los. Wir werden immer flotter beim Zelt Abbauen. Es ist inzwischen ein wahres Kunstwerk, welches wir aufführen und folgt seiner ganz eigenen Logik.

Hier die Choreographiebeschreibung: Oberstoff ablösen und hinuntergleiten lassen, falten. Heringe aus dem Boden ziehen, dem Uhrzeigersinn nach. Obere Zeltstange raus, Zeltziehharmonika zusammenfalten, nach vorne gekippt, ausschütteln. Vordere, mittlere und hintere Zeltstange entkoppeln [Ich rechts, mein Partner links], danach von vorne nach hinten die Stangen meinem Partner zuschieben, glattstreichen, falten, zusammengelegte Stangen, Heringe und Oberstoff zum Mutterzelt in horizontaler Lage positionieren, zusammenrollen, zweimal abbinden. Ins Auto auf die linke Rückbankseite stellen – Achtung! Etwas herunterdrücken, sodass durch die Heckscheibe noch gesehen werden kann. Finito 🙂

Als das geschafft war, frühstückten wir flott und verließen den Carpinteria State Beach Park wieder auf den Highway One, diesmal aber kurz Richtung Norden, nochmal nach Santa Barbara, wo wir die Stearns Wharf sehen wollten [nicht sehenswert], aber mal wieder das Glück hatten, dass etwas anderes unsere Aufmerksamkeit auf sich lockte.
Ein Hand Crafted Market, der entlang des Strandboulevards vor der Wharf aufgebaut war. Neben selbstgefertigten Ledersandalen, Gemälden in allerlei Stilrichtungen, Windspielen, Feenflügeln und Blumenkränzen, gab es auch Unmenge an wunderschönem Schmuck. Da durch die Kälte im Yosemite National Park mein Lieblingsring in Blätterform, den ich immer trage, zerbrochenen war, bin ich „dezent“ auf der Such nach einem neuen Ring. Daher lag mein Augenmerk insbesondere auf den Schmuckständen, unter denen ich auch einen ganz außergewöhnlichen ausmachte.
Eine ehemalige Deutsche, die als Kind mit ihren Eltern in die USA auswanderte, fertigte Libellenflügel Ohrringe [sie bezeichnet sie als Butterfly, ich finde sie aber eher libellig] in lila, orange, blau, grün und pink. Wundervolle Handarbeit, auch hatte sie Ketten und verspielte Haarklammern aus Kupferdraht mit Perlen im Angebot.
Absolute Unikate, schaut mal auf „galaxygirlglass“ auf Instagram [eine sehr verhasste Plattform meinerseits, aber hilfreich] nach. @https://www.instagram.com/galaxygirlglass/
Mir hatten es die ganz großen türkis-blauen Flügelohrringe angetan, die ich schließlich [mit einem anderen, etwas kleineren, Paar für meine Freundin] auch kaufte. So, da war Ich erstmal happy 🙂

Libellenflügel Ohrringe von Galaxygirlglass | Santa Barbara

Nach dem Rundgang über diesen kleinen Markt und mehreren Plaudereien mit den Locals vor Ort, fuhren wir Richtung Süden, nach Malibu und Santa Monica an den berühmten Kirmespier, wo das Parken am Pier satte 12$ kostete. Wir suchen uns logischerweise einen kostenfreien Parkplatz und machten somit pro Strecke einen 20min. Strandspaziergang hin zum Pier und wieder zurück.

Santa Monica war für mich der totale Reinfall, stark überbevölkert [was am Sonntag liegen kann und alle Amerikaner hierher ausschwärmten], zugebaut und dieser Kirmes Steg – ultra grässlich. Wollen Sie ihren Namen in ein Reiskorn geschrieben haben, wollen Sie Melone, wollen Sie dies oder das? Auch war das „Bauwerk“ nicht vergleichbar mit dem touristischen Pier 39 in San Francisco, heruntergekommen, nur Fast Food, schäbige Souvenirs und Rummelgeschichten wie Riesenrad und Achterbahn, sowie Stände, die den letzten Ramsch anboten. Das einzige interessante, meine Meinung nach, waren zwei unabhängige Tänzer, die ein gutes Publikum hatten und kuriose Performances ablieferten, ah und der Muskelpark vllt. noch, wo man Seile hochklettern, sich von Ring zu Ring schwingen [Lianen ähnliche Konstruktion, die Tarzan gefallen hätte] und generell seine Körper zur Schau stellen konnte. Aber sonst? Ein paar lustige, aber überaus unpraktische, Vehicle waren noch als „Sehenswürdigkeit“ entlang der Strandpromenade zu verbuchen, aber das war es dann auch. Ich fand es wirklich furchtbar!

Nach weniger als 90min waren wir auch schon wieder weg und hatten einen sehr unschönen Streckenabschnitt rein nach L.A. zu bewerkstelligen.

In unserem Airbnb angekommen, fanden wir erstmal wieder zwei Deutsche vor mit denen wir gemeinsam zu Abend aßen. Beide Seiten hatten sich unabhängig voneinander Spaghetti ausgesucht – typisch Camper Essen.

Sie erzählten uns von ihrem Megaurlaub, der seit Anfang Februar lief und von ihren weiteren Plänen übermorgen noch nach Mexico zu fliegen für 3-4 Wochen und danach dann nach Hause nach Deutschland. Total abgefahren. Beide fanden unsere Maxistory [Zelt] auch irre komisch. Wir unterhielten uns über unsere Campingausrüstung und welches Zelt wo, wer gekauft hatte, als sie uns fragen, ob wir ein Zweier- oder Viererzelt gekauft hätten, prusteten wir nur so los als wir zugeben mussten, nein, es ist ein Zelt für 8 Personen. Und so verlief es noch eine Weile, bis wir uns zurückzogen, um noch Wäsche zu waschen. 

Allerdings kamen wir gar nicht dazu, da unser Host, er ist Chinese, spricht fünf Wörter Englisch und wohnt seit 7 Jahren hier in den USA, um seinem Sohn ein gutes Studium zu ermöglichen, mit uns reden wollte – via Smartphone. Das Gespräch lief folgendermaßen ab:

Er spricht auf chinesisch etwas in sein Smartphone, wir sehen die englische Übersetzung. Daraufhin antworten wir, indem wir dem Smartphone auf Englisch unsere Antwort diktieren und dieses es wieder in Chinesisch ausspuckt.
Irre komisch, was da zum Teil an Sätzen bei herum kam. Es war auf jeden Fall wieder ein Highlight Erlebnis dieses Tages [neben den Ohrringen]. Auf jeden Fall schätzt unser Gastgeber Deutschland sehr, denn wie er sagt: In China sei die Regierung schlecht, aber die Leute toll, in den USA sei die Regierung gut, aber die Leute sehr anstrengend und träge und in Deutschland sei beides im idealen Gleichgewicht. Ich musste so lachen……

Mit diesen überaus sinnigen Worten, entlasse ich Euch nun – Gute Nacht 🙂