19. April 2019 Sequoia National Park

Guten Morgen 🙂 oh eine berauschende Nacht, im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Fluss fließt neben uns mit schneller Strömung daher. Das Zelt hat auch gehalten. Alles paletti!

Wir frühstückten bei angenehmen Temperaturen, die das Tragen von kurzer Hose und T-Shirt ermöglichten. Danach hoch zum Giant Forest, zu den jahrtausende alten Sequoia Bäumen. Mit jeder Serpentine, die wir uns weiter den Berg hochwanden, rückte die Schneegrenze näher. Am Ziel angekommen, türmte sich an den Straßenseiten 2m hoch der Schnee. Sehr beeindruckend, zumal viele Besucher den Park in Flip Flops, barfuß und natürlich kurzer Hose besichtigten. Für mich einfach nicht nachvollziehbar. 

Aber egal, da am Giant Forest der Parkplatz hoffnungslos überquoll, wichen wir hoch zum Sherman Tree aus. Dort stellten wir Raccoon ab und machten den Sherman Tree Trail mit wahrscheinlich 500 anderen Menschen um diese Tageszeit unsicher. Große Sequoias ragten vor uns in den Himmel. Ihre Rinde flauschig wie ein Mammut, der Stamm so massiv wie ein Elefantenfuß. Äußerst erhaben und majestätisch diese 2.000 Jahre alten Bäume. Sie kreieren eine ganz eigene ruhige Atmosphäre, die wir beim Sherman Tree leider noch nicht wahrnehmen konnten – auf Grund der Massen. 

Weshalb der Pfad Sherman Tree heißt? Das ist der volumen – und gewichtsreichste Baum auf der ganzen Welt, benannt nach einem General oder so ähnlich, auf jeden Fall einem Herrn Sherman. Ich persönlich fand andere Bäume hübscher, aber er ist und bleibt eine Attraktion.

Auf dem Trail wurde auch erklärt, weshalb Feuer sehr wichtig für das Wachstum von Mammutbäumen ist. Wenn diese Bäume eine gewisse Größe erreicht haben, macht ihnen Feuer kaum noch was aus, selbst wenn es große Narben in den Stamm des Baumes schlägt. Von Vorteil für den Baum nach dem Brand: Alles andere wurde vernichtet und hat nährstoffreiche Asche hinterlassen, sodass er nun mit mehr Power und mehr Sonnenlicht wachsen kann. Sehr sehr spannend. Zudem gehen die Coins, also die Zapfen [die wirklich nicht groß sind für solche Bäume], erst bei Hitze vom Feuer auf und können die Samen freigeben.

Noch ein anderer interessanter Fact :

Vor 4.000 Jahren war das Klima entweder zu trocken oder zu nass, erst danach wurde es für Mammutbäume passend und daher kann ein Sequoia in der heutigen Zeit maximal 4.000 Jahre alt sein. Ich hoffe, ich habe die Infotafeln alle richtig verstanden und hier wiedergegeben.

Lust auf Schnee?

Nach unserem Shermantree „Trauma“ wollten wir noch hoch zur Lodgepole Village, aber dort war der Schnee noch so hoch, dass selbst das Visitor Center geschlossen hatte, weil es eingeschneit war. Der Touristenshop hatte offen, so konnte ich mein Souvenir ergattern. 

Nun war es schon Mittag geworden und mein Partner und ich suchten uns ein schönes Plätzchen mit Aussicht zum Lunch. Wir schauten in eine weite waldige, zum Großteil schneebedeckte, Fauna, die von blau schattierten kaskadenartigen Gebirgszügen umrahmt wurde. Ja, es war wirklich so lautmalerisch wie beschrieben 🙂

Zu guter Letzt hielten wir noch beim „Big Tree Trail „, ein Kreispfad, der einem die Sequoias sehr nahe brachte und weniger überlaufen war. Wir gingen langsam durch den Schnee, genossen die majestätischen Bäume, die teilweise als Zwillinge sich empor hoben, setzten uns auf eine sonnenbeschienene Bank, atmeten die frische Luft ein und verweilten einfach.

Am warmen Zeltplatz weiter unten wieder angekommen, war noch nicht ganz Dinnertime, weshalb wir direkt von unserem Zeltplatz aus noch einen kleinen Trail am Fluss starteten. Das Beste liegt meist ganz nah [oder so ähnlich]. Auf jeden Fall traumhaft schön. Ein Gebirgsbach, der über roten gestreiften Stein schoss, mit Brücke darüber und blühender Natur zu beiden Seiten. Unfassbar, wie schön es hier ist! Mit der leicht gesenkten Abendsonne ein Traumspaziergang, bei dem man sogar die Füße in den reißenden Bach strecken konnte 🙂

Es folgte ein simples Dinner und um 20:30 eine vom Park organisierte „Sternenstunde“. Wir trafen uns mit anderen, unten am Potishwa Campground und gingen auf einen unbeleuchteten Platz, um Sterne schauen zu können. Währenddessen erzählte uns der Erlebnispädagoge Gordo Geschichten über Sternbilder, den Mond und andere spannende Fakten. Generell schmückte er alles sehr körperlich aus und war mehr Schauspieler, denn Wissenschaftler. Eine sehr coole 60min. Einlage. Nun kennen wir auch mehrere Sternbilder des Winterhimmels und wissen, weshalb Sterne manchmal zu schimmern scheinen. Wirklich ein super Angebot des Parks!

Zum Ende möchte ich eine Aussprache [find hier nicht das passende Wort] von ihm sinngemäß wiedergegeben, die Euch in dunklen Stunden Licht bringen soll.

Wir sind aus Sternenmaterial gemacht, also musste für uns ein Stern sterben, weshalb wir in schweren Stunden uns daran erinnern sollten und stolz auf unsere Besonderheiten und Einzigartigkeit sein sollten, denn wir sind wie ein vom Himmel gefallener Stern.

Schlaft gut 🙂