02. Mai 2019 Lange Autofahrt durchs Monument Valley und etwas Grand Canyon

Ausgeschlafen und warm eingepackt, begannen wir einen märchenhaften Morgen mit Nora und Jogi beim gemeinsamen Frühstück. Die Beiden wollten heute in den Arches National Park hineinfahren und danach „mal schauen“. Wir hatten eine lange 6 stündige Autofahrt durchs Monument Valley mit Ziel Grand Canyon vor uns.

Auch neigten sich unsere Vorräte dem Ende zu und wir bekamen von Jogi den Tipp im Moab City Market einkaufen zu gehen, da dort tatsächlich echtes Ciabatta erhältlich war sowie Baguettes. Sofort nach Zeltabbau befolgten wir diesen Ratschlag und gingen gönnerlüstig [eine Wortneuschöpfung meinerseits] einkaufen. Mit neuem Proviant bewaffnet, konnte es losgehen.

Wir waren schon vorgewarnt worden, dass das Navajo Nation Reservation verstörende Eindrücke unsererseits und unsere Wahrnehmung auf die Native American bereithalten könnte. Leider traf dies dann auch zu. Zuvor hatte ich von 40% Arbeitslosigkeit gehört, alles in allem wurde dieser Eindruck von der Straße her vertieft.

Doch das Monument Valley gleich zu Beginn des Reservats ist, im Gegensatz zu den Häusern und Hütten der Natives, gigantisch. Ich kann hier nichts anderes sagen. Felsformationen am Horizont, aufgereiht wie eine Wehrmauer in schier unendlicher Höhe. Zwar sind wir nicht zum Touriabfertigungszentrum gefahren, wo man für 20$ pro Fahrzeug sich den Blick ins Monument Valley erkaufen kann. Haben aber ein paar eigene Fotospots gefunden.

Danach kam lange nichts außer Müll, einem toten Hund [mein Herz weint], kränklich aussehenden Pferden und Wellblechbehausungen. Wir waren sehr froh als wir aus dem Reservat wieder rausfahren konnten und uns dem Grand Canyon näherten.

Angekommen fuhren wir umgehend zum „First View Point of Grand Canyon“, dem Desert View mit Turm. Mal wieder von Menschen besetzt und mit einem Parkplatz ausgestattet, der Aldi Konkurrenz machen würde.Noch nicht ganz überzeugt vom Canyon der Canyons war dann zu allem Überdruss auch noch dem Mather Campground voll und wir mussten uns wieder was neues suchen.

Der erste Blick | Desert View Point

Natürlich kostete der Zeltplatz im Vorort wieder ein Schweinegeld und nur durch Zufall fanden wir via Google Maps einen Free Campground etwas abseits des Dorfes wunderschön im Wald gelegen. Aber was tun mit meinen nächtlichen Horrorvisionen? Eindeutig im Auto schlafen. Um uns herum verteilt, standen zwei andere RVs [Wohnmobile] und in etwas weiterer Entfernung nochmal 5 Stück. Ansich recht sicher, was mein Kopf aber nicht begreifen wollte und weshalb mein Partner mir sehr gut zureden musste, um die Nacht durchzustehen.

Zum Glück verriet er mir erst am nächsten Morgen, dass er [wir vermuten] Elchknochen und drei Schädel an einer Feuerstelle gefunden hatte auf denen exorzistisches Teufelszeug und Drohungen aufgemalt waren in der Art wie „Deine Knochen werden hier als nächstes liegen“. Ich wäre ausgerastet, wenn ich das gewusst hätte und an Schlaf wäre dann nicht zu denken gewesen.

Also besser unwissend und mit dem Kopf auf den Autositz gebettet, Verriegelung an und mein Partner neben mir, ging es dann auch einigermaßen.

Dann schlaft ihr mal besser als ich – Gute Nacht