22. April 2019 Death Valley – mehr als tot

Ich dachte der Name sei Programm und das Valley sei tot und langweilig… Aber weit gefehlt! 

Wir fuhren in ein heißes Tal voller Büsche, die sich nah an den Boden schmiegten. Alles schien still zu stehen außer der Wind, welcher ab und an aufbrauste. Der Weg ins Valley wand sich um die Felsen und fraß sich immer tiefer durch den Berg. Über dem Kamm hatten wir einen weiten Blick über das ganze Tal. Wir schlängelten uns hinunter und befuhren eine ganz neue Straße, sodass sich die Fahrt wie in einem Raumschiff anfühlte, welches auf und ab glitt, weshalb es ein paar lustige Szene gab. 

Unten im Tal angekommen stand die Luft, die Sonne brannte. Neben unserem Parkplatz ein eingezäunter blauer kalter Pool. Zuerst suchten wir das Visitor Center auf, um uns über die Sehenswürdigkeiten zu informieren. Schnell fanden wir unsere Route und begannen bei den Wanderdünen. Enorme Sandmassen, einfach hier. Wie ein großer Sandsack, der einfach ausgeschüttet worden war. Es sah sehr urig aus und war brennend heiß, weshalb wir nicht lange verweilten. Nächster Stop eine alte verfallene Goldmine von 18 hundert irgendwas.

Der Weg dorthin war verlassen und unbefestigt. Diese Dirt Roads sind besser zu fahren, wenn man weiß, dass es nicht das eigene Auto ist, welches gerade beansprucht wird.

Vor Ort baute sich vor uns eine eingestürzte verlassene Goldförderanlage auf. Holzbalken, Betonfundamente, Schutt und Metallteile lagen in der Gegend verteilt herum. Eine historische Stätte ohne Rundumlaut. Ein Hauch Wind, ein Zirpen. Die eigene Stimme klang klar und gebunden. Es war so ruhig – herrlich! Wir blieben, wie empfohlen, natürlich auf dem Weg und wanderten rauf zur Mine und dem Förderstollen. Alles sehr surreal. Wie eine Kinokulisse. Plötzlich tauchte eine Unterarm große Echse auf. Ich erschreckte  ich total. Mit einer ledrigen Haut überzogen, klugen Augen und einem Schnappmaul. Wunderhübsch und wild. An manchen Stellen sah die Haut aus wie eine Mischung aus Leder und Metallmuttern und Schrauben. Ein sehr futuristisch anmutendes Tier. Auf Englisch Chuckwalla. Wie ein Waran in klein, ich sage nur zurück in die Uhrzeit. Fantastisch!

Ziemlich lange hielten wir uns hier auf und genossen diese, weit ins Tal gehende, Aussicht ohne Menschen ohne anderes Auto. Einfach einsam gemeinsam.

Danach die Dirt Road zurück, wobei uns dann doch mal wieder zwei Autos begegneten [wir hatten – mal wieder – die richtige Zeit genutzt]. Auf dem Weg zum Zabriskie Point nichts außer Weite und Wüste und Schmetterlinge. Davon gibt es hier unendlich viele. Überall flattern sie anmutig herum oder landen auf der Windschutzscheibe.

Angekommen am dritten Highlight, es war schon 17:30, bot sich uns ein Ausblick über ausgewaschene Steinformationen, wie ich sie noch nie gesehen habe. Rot, Gelb, braun, golden, Kupfer, orange. So viele Farben, in einer so kargen Gegend. Langsam begann die Sonne unterzugehen. Perfekte Zeit. Wir kletterten auf mehrere Anhöhen und genossen. 

Dinnertime stand auch bevor. Beim Sonnenuntergang verschlangen wir hungrig unser „French Bread“, nachdem wir unser Raccoon umgedreht hatten, um das Spektakel mit ansehen zu können.

Ansich hatten wir noch zwei Punkte auf unserer To Do Liste, aber langsam wurde es dunkel und wir hatten noch keine Unterkunft und Zelten im Valley war auf Grund des Winds nicht möglich. Also, ließen wir den Artist Drive ausfallen und machten uns noch auf zum Badwater. Eine unvergleichliche Salzwüste, die wir im letzten Licht noch halbwegs erkennen konnten. Auf dem Weg hinein ins Salz spannte sich das Sternenzelt über uns auf. Die Märchenstunde brach an. Wir setzen uns auf den Ausläufer vom Pier und blickten nach oben. Noch war der Mond nicht aufgegangen und die Sterne das einzige Licht am Firmament und niemand in unserer Nähe.

Ich begreife diese Wunder, die uns hier passieren einfach nicht. Das Leben bietet uns hier Tag für Tag die ausgestreckte Hand an und wir lassen sie in den nächsten Wochen keinesfalls los.

Träumt süß


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