03. Mai 2019 Grand Canyon Day 1 – Sonnenuntergang

Ahhhh ich habe es überlebt! Die Nacht war gar nicht sooo furchtbar unbequem und ich musste vielleicht nur 40x an die Taten eines Serienkillers denken.
Wuhu, die Sonne ist da und es ist hell und ich brauche mich nicht zu fürchten. Ab zum Mather Campground und Plätze ergattern.

Es half tatsächlich um 8:20 vor Ort zu sein. Wir bekamen – so außergewöhnlich das auch ist, die Campgroundfrau war auch ganz überrascht – einen Zeltplatz für ZWEI Nächte!!!!

Die nächsten Nächte waren gerettet, aber unsere Müdigkeit stieg kontinuierlich mit dem Sonnenstand, weshalb wir umgehend das Zelt aufbauten und mein Partner sich noch etwas schlafen legte und ich Postkarten schrieb und die Orga übernahm. 

Gegen 11:00 begannen wir das Village und den Market Plaza zu erkunden, schauten uns den South Rim am Grand Canyon an und fuhren Richtung Desert Point um weitere eindrucksvolle Blicke auf den Grand Canyon zu erhaschen.

Die ersten Fotos vom South Rim

Dabei trafen wir am Grand View Point, natürlich wimmelte es hier nur so an Menschen, ein weiteres deutsches Pärchen aus Köln [!]. Tina und Dennis zogen für drei Wochen durch die United States of America und hatten sofort einen Geheimtipp für uns auf Lager, wo es nicht so „crowded“ wäre.

Zuerst fuhren wir noch alle Viewpoints bis kurz vor den Desert View Point ab. An einer Station erfuhren wir von Gretchen, einer Rangerin, sehr viel über Pumas und Elche. Die anderen Punkte waren überwiegend touristisch und na ja, so mittelschön. 

Erst am Geheimtipp zeigte sich uns die Schönheit des Grand Canyon. Einen Tag lang hatten wir sie sozusagen gesucht und schon aufgeben. Aber hier wurden wir eines besseren belehrt. Kaum Menschen, eine tolle Plattform mit 200 Grad Rundumsicht. Der Börner, um mal ein anderes Wort zu verwenden. Auch aßen wir hier zu Abend, nach und nach leerte sich der Platz bis wir allein waren. Der Abend zog auf.

Kurz bevor der Sonnenuntergang anbrach, kam ein weiteres Pärchen um die Ecke, Tyler und Cortney. Beide arbeiteten hier im Park und wollten die unvergleichliche Stimmung einfangen, die sich gleich durch das Untergehen der Sonne zeigen würde.

Ansich war uns in kurzer Hose und Fleecejacke etwas kalt, aber zurück zum Auto und wieder hierher [30min] würde zu lange dauern. Daher kauerten wir uns an eine Felsspalte, um windgeschützt ausharren zu können und sahen die ersten Sonnenstrahlen den Canyon erhellen.

Umwerfend wie sich die Sonne durch den Canyon fraß und nach und nach ein letztes Mal für diesen Tag die Spalten erhellte. Diese Naturschauspiel war von solcher Majestätik, ich habe das nur im Zion und Bryce so überwältigend wahrgenommen – auf jeden Fall ein „To Do“ für jeden Grand Canyon Besucher.

Wir knipsten Fotos, ruhten, schauten, staunten. Dann viel mir plötzlich ein, dass ich die Momo Seifenblasen dabei hatte und ein kleines Minifotoshooting begann. Tyler und Cortney fanden es irre komisch und wir kamen näher ins Gespräch, erhielten auf einer Karte Routeninfos und tauschten Kontakte aus, da die beiden vorhatten 2020 nach Deutschland zu kommen. Was für ein Zufall. Tyler bot auch an, am Sonntag mit uns eine kleine Tour vom Hermits Rest zu machen. Wir sagten sofort zu und freuten uns so sehr über diese ganzen nützlichen Tipps und Hinweise. So unbegreiflich toll. Das heißt für uns, dass wir morgen den Horseshoe Bend Trail machen und nicht die Hälfte vom vollen Bright Angel.
Yes, to meet locals are the best way to discover 🙂

Best View

In diesem Sinne, eine wunderbare Nacht