30. April 2019 Capitol Reef und Ausnahmezustand

Etwas früher als sonst, ging es heute vom Tiny House los zum Capitol Reef National Park.

Ein weiteres Canyon Areal, welches einem Korallenriff ähnelte. Pocken, Kliffs, hohe Wände zu beiden Seiten. Nochmal eine ganz andere Anmutigkeit als die Canyons davor. Allerdings, wenn man weniger Zeit als wir mitbringt, ein guter Picknickort und dann lieber flott weiter zum Arches National Park.

Trotzdem war es ein angenehmer Tag. Gestartet mit einem Spaziergang in den Canyon hinein und vorbeigefahren an den prähistorischen Petroglyphen, die kaum noch zu erkennen waren. So sehr hat die Erosion diese schon beschädigt. Zum Abschluss noch ein 6km Walk zur Hickman Bridge – einem riesigen Stein Arch, der sich von einer zur anderen Seite des Felsens spannte.

Ich war heute etwas erlebnismüde, weshalb meine Beschreibung auch so kurz und still ausfällt. Nach einem Monat unterwegs sein, spüre ich langsam die Beschwerlichkeit des ganzen Unterfangens. Jeden Tag [oder fast jeden] neue Orte, neue Menschen, neue wahnsinnig abgedrehte Natur, irgendwann schaltet mein Hirn auf Durchzug, um mal Pause zu haben und das ist nun gerade der Fall, weshalb roter Riesenstein mich momentan nicht mehr ganz so umhaut. Aber ich will mich keinesfalls beklagen, sondern hoffend auf die nächsten Tage schauen, sodass ich mich wieder fange und der Genuss ein zweites Mal seine Wirkung entfalten kann.

Doch grätschte mir diese Nacht etwas in dieses Vorhaben:

Wir hatten uns ein Zelt Tiny House gemietet, welches günstiger [20€] als alle umliegenden Zeltplätze war. Zudem waren 33km|h Windstärke angegeben, weshalb wir unser Zelt erst gar nicht aufgebaut hatten. Dieses Zelthaus war im Boden befestigt und regendicht mit 2 Feldbetten und vier verschließbaren Fenstern, aber kein richtiges Licht, allerdings in einem anderen Trakt mit Dusche, Klo, Waschmaschine und Trockner.

Wir, den Sturm schon halb vergessen, liegen in den Betten, ich bin schon eingeschlafen als unser Haus plötzlich anfängt zu rumoren. Die Plane klatscht gegen den Dachstuhl, es prasselt der Regen, wir hören es scheppern und klirren. Raus, denken wir und bringen uns bei den Restrooms in Sicherheit. Mindestens eine Stunde geht der Tumult, danach können wir wieder ins Tiny House zurückkehren und schlafen. 

Ausgeruht sind wir danach allerdings nicht…